Wir haben einen Traum
Oliver Rust & Sandra Pinto | 5. Oktober 2022

Wir haben einen Traum

Sie verfolgen ihren Traum, leben für ihre Leidenschaft, geben stets aufs Neue Vollgas und verkörpern das Gefühl, das wir von Porsche Schweiz mit der Message «Be one of us» ausdrücken möchten: Sandra Pinto, Content Creator und Unternehmerin mit eigenem Modelabel aus Basel, und Oliver Rust, Fotograf und Director aus Zürich. Hier erzählen sie, was sie antreibt, wie sie auftanken und welche Träume sie noch haben.

Porsche Times: Sandra Pinto, Oliver Rust, wie gelingt es Ihnen, stets mit Freude den Tag zu beginnen?

Oliver Rust: Meine Partnerin hat mich das schon x-mal gefragt: «Wieso kannst du am Morgen immer so gut aufstehen?» Ich habe einfach den Drang, anzupacken. Zu machen. Zu kreieren. Ich bin gerne aktiv. Das liegt sicher an der Freude, die ich an meinem Job habe, an der Abwechslung und an den Menschen, mit denen ich zu tun habe. Es besteht immer eine Challenge.

Sandra Pinto: In vielem geht es mir genau gleich wie dir, Oliver. Jeder Tag ist eine Überraschung. So muss ich sehr oft sehr schnell umdenken können, das spornt mich an. Jeder Tag ist anders. Ich mag das Spontane, dass nicht immer alles geregelt ist. Auch wenn das bedeutet, einmal von 6 bis 23 Uhr zu arbeiten. Ich versuche, stets alles noch besser zu machen und so auch ein Vorbild zu sein und mein Team zu motivieren.

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«Mit 15 habe ich mir ausgemalt, wie es sein würde, Leute zu fotografieren.»

Oliver Rust

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Wie sieht Ihr Alltag konkret aus?

SP: Ich mache alles mit: Von der Buchhaltung über Creative Direction bis zur Gestaltung der Kleider – ich bin überall involviert. Das versuche ich auch meinen Mitarbeitern weiterzugeben. Ihnen zu ermöglichen, in verschiedene Bereiche involviert zu sein.

OR: Wir wohnen seit einem Jahr im Toggenburg in einem alten Bauernhaus. Wenn ich hier bin, schneide ich Filme, bearbeite Bilder, stelle Moodboards zusammen, organisiere. In Zürich wiederum bin ich am Fotografieren und für persönliche Meetings. Dadurch, dass ich unterschiedlichste Jobs mache, fotografiere und filme, gibt es genügend Abwechslung, und es bleibt konstant spannend. Nur auf einer Schiene zu fahren, wäre mir zu langweilig.

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«Ich muss oft schnell umdenken. Das spornt mich an.»

Sandra Pinto

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Wann haben Sie realisiert, dass Sie nicht mehr angestellt sein wollen?

OR: Ich habe mal für den Vater gearbeitet. (Lacht.)

SP: Bestimmt keine einfache Situation! War das für dich ein Druck, Fotograf zu werden, genau wie er?

OR: Nicht wirklich. Ich wollte ja kein Fotogeschäft führen wie er damals, sondern ein Studio. Aber natürlich wollte ich ihm beweisen, wie gut ich bin. Hast du das so empfunden?

SP: Nein. Aber meine Eltern kamen im Alter von 18 Jahren in die Schweiz. Sie sprachen damals kein Deutsch und mussten immer viel arbeiten. Auf mich wirkte das motivierend.

OR: Ich hatte das Glück, dass ich mich nach der Lehre und ein paar Praktika sehr jung selbständig machen konnte. Ich geniesse die Freiheit, die manchmal eine vermeintliche Freiheit ist. Doch ich schätze die Flexibilität extrem, etwa mal in der Nacht zu arbeiten, wenn am nächsten Tag eine familiäre Verpflichtung bevorsteht.

SP: Das ergibt viel Sinn. Ich finde, es müsste bei viel mehr Unternehmen möglich sein, so zu arbeiten. Ich kontrolliere nie, wer wann was tut, solange die Arbeit erledigt wird. Auch ich erledige manchmal etwas am Abend und treibe dafür am Nachmittag kurz etwas Sport. Als Praktikantin fühlte ich mich oft eingeengt, wenn es hiess: «Dafür bist du angestellt, und bei allem anderen hast du nichts zu sagen.» So funktioniere ich nicht, sondern ich habe immer noch mehr Ideen. Oliver, wie war das bei dir?

OR: Als ich mit 15 eine Kamera bekam, wollte ich Fotograf werden. Damals habe ich mir genau ausgemalt, wie mein Studio aussehen muss und wie das sein würde, Leute zu fotografieren. Diesen Traum habe ich verfolgt und recht schnell erreicht, als ich nach den Anfängen in einem kleinen Keller-Studio in ein anderes, viel grösseres umgezogen bin.

SP: So wie du deinen Keller hattest, hatte ich mein Kinderzimmer. Dort habe ich die ersten Pakete für meinen Kleiderbrand Lamarel verpackt.

OR: Du hast Wirtschaft studiert und daneben bereits dein Kleiderlabel geführt?

SP: Während dem Studium noch nicht. Damals habe ich meinen Blog namens Entredois gegründet und vorangetrieben. Das Label habe ich später gegründet. Der Blog blieb aber mein zweites Standbein.

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Was braucht es, um Vollgas geben zu können und Erfolg zu haben?

SP: Ich bin risikobereit, habe mich aber nie blind in etwas hineingestürzt. Auch Glück spielte eine Rolle. Ohne die Pandemie wäre mein Brand Lamarel niemals so gross geworden – ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ansonsten muss man auch eine etwas verrückte Seite haben. Und es braucht viel Persönlichkeit und Durchhaltevermögen. Was denkst du, Oliver?

OR: Eine spannende Frage. Früher hätte ich auch gesagt: Glück. Heute glaube ich das immer weniger. Die Konditionierung durch die Eltern spielt eine grosse Rolle und wie man aufgewachsen ist. Ich glaube, dass man sich sehr viele Sachen kreieren kann. Du, Sandra, hast eine Chance gesehen und sie ergriffen. Für mich hat das nichts mit Glück zu tun. Jedes Leben bringt gewisse Herausforderungen mit sich. Am Ende braucht es Passion, Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen. Und einen Job, mit dem man sich identifizieren kann.

SP: Glück ist vielleicht ein ungünstiges Wort. Die Geschichte ist ein Stück weit für einen vorgeschrieben. Man muss auf jeden Fall das Selbstvertrauen haben, Chancen zu erkennen und zu ergreifen.

OR: Genau! Es braucht auch Mut. Man muss seine Chancen packen, selbst wenn man kalte Füsse hat. Als ich damals in der Modefotografie Fuss fassen wollte, stellte ich mich mit meiner Mappe bei der Kleidermarke Companys in Zürich vor. Als ich gefragt wurde, ob ich mir das zutrauen würde, schrie innerlich alles: «Neeein!» Aber ich sagte saucool: «Ja, klar.» Ich bekam den Job, setzte mich in mein Auto und rief sofort einen befreundeten Fotografen an: «Andreas, ich brauche deine Hilfe!»

Was motiviert und inspiriert Sie?

SP: Meine Neugier. Das Wirtschaftsstudium war sehr Mathematik-lastig, so startete ich mit meinem Blog. Mein Papi war ein grosses Vorbild. Die Botschaft war immer: «Mach das! Probiere das aus!» Es interessiert mich einfach so viel.

OR: Auch ich bin durch die Abwechslung stets gefordert, mich selbst zu bestätigen.

SP: Zu wissen, dass es Menschen gibt, die bereit sind, am Morgen aufzustehen, um für meinen Brand zu arbeiten, das motiviert mich ebenfalls.

OR: Ich gebe bei jedem Kunden immer Vollgas. Das entspricht meinem Naturell. Ich empfinde es jedoch als spannend, immer neue Inputs zu liefern und damit auch einen Brand selbst weiterzubringen. Mich motiviert und inspiriert auch der Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen und Charakteren. Für einen Kunden fotografiere ich regelmässig in einem Altersheim. Da kommt es jedes Mal zu sehr schönen und berührenden Momenten.

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Wann heisst es, abzubremsen, einen Gang zurückzuschalten?

OR: Natürlich vor einer Kurve! (Lacht.)

SP: Mein Partner sagt mir jeweils, wenn ich herunterkommen soll. Das selber zu realisieren, ist für mich schwierig.

OR: Ich möchte nicht nur für den Job genügend Energie und Zeit haben, sondern auch für die Familie. Bin ich ausgebrannt, leiden alle. Darum ist es für mich wichtig, in der Natur zu sein. Eine Stunde im Wald, ein Bad in der Thur, das reicht bereits, um wieder ready zu sein.

Wie tanken Sie sonst auf?

SP: Das Rheinschwimmen hilft kurzfristig. Ansonsten gehe ich nach Portugal, aufs Land, dort kann ich herunterkommen.

OR: Im Alltag hilft Sauerstoff. Vier, fünf Minuten tief atmen, das grounded. Ansonsten nehme ich mir jeden Morgen etwas Zeit für mich. Ein kurzes Workout, Qigong, eine Meditation – so komme ich gar nicht erst dorthin, wo ich ausbrenne und nicht mehr kreativ bin.

SP: Das wäre meine Traumantwort! Für mich ist das die grösste Challenge derzeit, abzuschalten. Manchmal gehe ich mit dem Hund spazieren oder höre Musik und schalte bei meinem Handy den Flugmodus ein.

«Nur auf einer Schiene zu fahren, wäre mit zu langweilig»

Oliver Rust

Haben Sie eigentlich auch Porsche Träume?

SP: Ja. Sollte ich nächstes Jahr wie geplant heiraten, wünsche ich mir einen Roadtrip mit einem 911-Oldtimer. Dieser Wagen hat so viel Geschichte und ist so stilvoll!

OR: Ich habe ein Vision-Board mit Dingen, die ich gerne erreichen möchte. Darauf gibt es auch einen grünen, wahnsinnig stylishen Porsche 912 aus dem Film «Spy Game». Ein anderer Traum ging bereits in Erfüllung: Für eines der ersten Dates mit meiner heutigen Frau lieh ich einen 911 Turbo aus.

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